Bericht: Das Rhetorik-Training am 17.10.19

Wir schrieben den dritten Donnerstag im Monat, also fanden sich die Meisterredner mit einer regelrechten Heerschar von Gästen in der Leibnizstr. 79 ein und redeten!

Nach der Begrüßung durch unseren Präsidenten Sebastian Foltan und der Begragung der Gäste, warum sie zu uns gefunden haben, toastete Ali.

Er berichtete von den Problemen der Teamarbeit, dass man das Team als Verantwortlicher doch immer kontrollieren möchte. Ali erzählte, dass es sich lohnt, stattdessen auf das Team zu vertrauen. Darauf tranken wir und sodann wurde an den Moderator Franz übergeben.

Die erste Rede hielt Maike, Titel: „Ein Date mit Tolstoi“ Maikes Mutter feierte ihren 80. Geburtstag und Maike interviewte sie zu ihrem Leben. Darin äußerte diese folgendes Tolstoi-Zitat:

„Alle denken nur darüber nach, wie man die Menschheit ändern könnte, doch niemand denkt daran, sich selbst zu ändern.“

Und so hatten wir alle gewissermaßen ein kleines Date mit Tolstois Gedanken!

Die zweite Rede kam von Ali, der an diesem Abend der Tausendsasser der Meisterredner war. Toast, Rede und Stehgreifredenleitung, Respekt! Alis Rede trug den Titel „Ausgebürgert“ und handelte davon, dass er beinahe staatenlos geworden wäre.

Denn die doppelte Staatsangehörigkeit darf man in Deutschland nur bis zur Vollendung des 23. Lebensjahrs haben, danach muss man sich für eine entscheiden. Ali war aber schon mit 17 Jahren klar, dass er gerne die deutsche Staatsangehörigkeit haben wollte. Deswegen schickte er einen Brief an das zuständige Amt, in dem er eben dies bekundete.

Bei Ali gingen dennoch immer wieder Briefe vom Amt ein, mit denen er nichts anzufangen wusste, hatte er sich doch schon entschieden! Nur was er nicht wusste: Mit 17 konnte er noch gar nicht wirksam eine Staatsangehörigkeit annehmen!

Aber inzwischen hatte er bereits die Türkische ausgeschlagen. Mangels rechtzeitiger und volljähriger Entscheidung für die Deutsche, lief er Gefahr, staatenlos zu werden.

Er suchte also das Amt auf und dort übermittelte man ihm die rettende Nachricht: Er durfte nun doch beide Staatsangehörigkeiten behalten!

Die dritte Rede war das absolute Highlight des Abends. Denn es war die Rede des Halbfinales der Toastmasters International Convention aus Denver von Khushi Pasquale!

Wir sahen über den Beamer, wie Khushi ihrem ehemaligen Kindermädchen nachtrauerte. Sie arangierte Khushis abendliche Ankunft zuhause stets so: Khushis Sohn erschien mit dem Kindermädchen an der Tür und umarmte seine Mutter innig.

Die Super-Nanny sozusagen. Doch dann wendete sich das Blatt. Denn plötzlich kam die Nanny mit dem Ansinnen auf Khushi zu, ihren Sohn an Adoptiveltern nach Australien abzugeben. So geriet Khushi in den Konflikt ihres Lebens und entschied sich schließlich dazu, zuhause bei ihrem Sohn zu bleiben.

Dann übernahm wieder Ali mit der Stehgreifredenleitung. Sein Thema: Rituale und Bräuche.

Zuerst wurde Gast Stefan auf die Bühne gerufen. Er musste den Brauch des mexikanischen Totenfests erklären und schloss daraus, dass wir generell mehr den Toten gedenken sollten.

Danach musste Gast Ilia erläutern, warum, Hochzeitskleiner in Taiwan rot sind. Ilia meinte, das könne nur mit dem vermehrten Genuss von Rotwein in der Ehe zum Entspannen zusammenhängen.

Glenn musste als dritter Stehgreifredner klarstellen, warum man auf Beerdigungen in Japan weis und nicht schwarz trägt. Glenn meinte, es liege daran, dass weis für die Unschuld stehe und außerdem müsse es etwas mit der japanischen Flagge zu tun haben.

Die Nummer 4 machte Meisterrednerin Silke. Sie hatte die kaum zu bewältigende Aufgabe, zu erklären, warum in Rumänien bei der Rechtsprechung ein Huhn geköpft wird.

Schließlich bewertete Meisterredner Stefan, Maike und Kerstin Ali und Khushi sich selbst. Nein, sie berichtete vielmehr von der TMI-Convention und rief uns alle dazu auf, im nächsten Jahr in Paris dabei zu sein.

Fazit: Ein rundum gelungener Abend, mit einem hervorragenden Ehrengast!

Feier(tag)liches Rhetorik-Training am 03.10.19!

Die Berliner Meisterredner lassen sich doch nicht von Feiertagen vom Reden Halten abhalten!

Los gings mit der Begrüßung durch den Präsidenten Sebastian Foltan. Er befragte dann unsere Gäste, wie und warum sie zu uns gefunden haben und was sie erwwarteten. Sebastian leitete zum Toast über.


Den übernahm Franz und wir tranken sodann auf die souveräne Gelassenheit, die Fähigkeit, sich nicht von allem zu etwas hinreißen zu lassen.


Moderiert wurde der Abend von Reinhard. Der stellte zunächst „die kleinen Ämter“, die wir so besser nicht mehr nennen wollen, weil sie keineswegs klein I.S.v. unbedeutend sind. Die Zeit nahm Franz, die Füllwörter zählte freundlicherweise Gast Carolin und der Blogger bediente die Kamera! Es konnte jetzt also so richtig losgehen!


Als erste Rednerin sprach Antonia. Sie hatte eine schwierige Aufgabe, sie musste mehrere verschiedene Quellen in die Rede einarbeiten. Ihr Thema: „REIS als Nahrungsmittel“


So erzählte sie vom Anbau und den Vorzügen von REIS und vom Gründer des ersten Toastmasters-Clubs Smedley. Auch er mochte REIS, schließlich ist es das Merkwort für die vier Toastmasters-Werte Respect, Excellence, Integrity und Service!
Die zweite Rede hielt Sebastian. Sein Thema: „Vorgeschichten“. Darin verflocht er mehrere Einzelgeschichten so gekonnt, dass sie hinterher nur noch zusammen Sinn ergaben.


Dann schlug meine großer Moment, ich moderierte zum ersten mal die Stegreifreden. So hatte ich mehrere kleine Debatten zu Trivialthemen vorbereitet und rief dann zahlreiche Freiwillige aus der Gästeschaar und Meisterredner auf die Bühne.


Nach den Bewertungsreden von Ilona und Robert räumten wir mit vereinten Kräften auf und feierten den Abend bei Mythos mit Hähnchen-Salat und Kinder-Gyros.

Ein Rhetorik-Feuerwerk am 19.09.2019!

Die Berliner Meisterredner kamen am letzten Donnerstag wieder zu ihrem Rhetorik-Training zusammen und entzündeten ein regelrechtes Rhetorik-Feuerwerk!

Den Abend eröffnete Präsident Sebastian Foltan per Hammerschlag und leitete an Moderatorin Kerstin Probst weiter.

Dann prostete Ilona Schäfer uns mit ihrem Toast zu. Sie erinnerte uns kurz an die vier zentralen Toastmasters-Werte und bot uns dazu das Merkwort REIS an. Denn die Werte sind Respekt, Exzellenz, Integrität und Service.

Ein ebenso wichtiger Wert ist die Liebe zur Wahrheit. Deswegen tranken wir darauf und weiter ging es mit der Kurz-Ausbildungsrede, die von Franz-Joseph Müller gehalten wurde.

Er ist im Vorstand der Berliner Meisterredner für die Finanzen zuständig. Er schlüsselte uns dezidiert auf, wieviel Geld von unseren Beiträgen wofür aufgewendet wird. Danke Franz!

Die erste Rede hielt Robert Kellner und sie war – siehe Überschrift – ein Humor-D-Böller! Er hatte eine sehr schwierige Aufgabe, denn sie sollte uns zum Lachen bringen. Doch Robert meisterte diese Aufgabe mit Bravour, wir lachten mehrmals und laut.

Robert führte uns zunächst in die Problematik der Status-quo-Verzerrung ein. Man möchte, dass alles so bleibt, wie es ist und verkennt dabei möglicherweise, dass es auch besser werden könnte, wenn man nicht stoisch am Status quo festhalten würde.

Dabei hat sich in der Vergangenheit schon so enorm viel zum Guten gewendet. Das Regierungssystem in Deutschland zum Beispiel.

Schließlich kam er noch humoristisch auf das Thema Steuern zu sprechen. Wir wüssten gar nicht, wie viel Steuern wir eigentlich bezahlen, weil wir sie immer nur monatlich abführen. Da wäre es doch viel besser, so Robert, wennn man das Gehalt einfach für ein halbes Jahr einzieht!:-)

Danach hielt Meisterrednerin Kathy die zweite Rede des Abends. Metaphorisch kann man sie nur als Signal-Rakete verpacken, die auf eine der dunkelsten Stellen unserer Zeit abzielt. Sie war damit ganz spontan für einen anderen Meisterredner eingesprungen – wie exzellent von Ihr!

Aber auch ihre Rede war eine Wucht und sie gewann damit verdient den Preis für die beste Rede des Abends. Sie sprach über einen Shitstorm, der kürzlich über sie erging, wie sie damit umgegangen ist und welche allgemeinen Verhaltensregeln sich daraus entnehmen lassen.

Wie agiert man im Angesicht eines Shitstorms? Man muss ihn (1) ernst nehmen, (2) Selbstschutzmaßnahmen ergreifen, möglichst alle Informationen über sich aus den sozialen Netzwerken entfernen und auf keinen Fall die Kommentare lesen, sich (3) Hilfe bei Freunden holen, die dagegen ankommentieren, (4) Beweissicherung durch die Anfertigung von Screenshots betreiben und (5) rechtlich dagegen vorgehen.

Die dritte Rede hielt Antonia Montesinos. Das war ein Emotions-Kracher! Das Thema der Rede war das Erwachsenwerden. Dazu beschrieb sie schauspielerisch und stimmlich genial von einem Traum, in dem sie in einer Gefahrensituation war und nach ihrer Mutter rief, diese jedoch nicht zur Hilfe eilte. Sie bewältigte die Situation dennoch und merkte nach dem Aufwachen, dass sie wohl plötzlich erwachsen geworden war.

Nach einer kurzen Pause ging es dann an die Stegreifreden! Diesmal eine regelrechte Kreativitäts-Kaskade! Die Leitung übernahm diesmal Ilyas Sert und er machte dies großartig! Denn er verlangte von den Rednern nicht nur, eine Rede zu einem unbekannten Thema zu halten, nein sie mussten sogar ein unbekanntes Buch vorstellen, von dem sie noch gar nicht wussten, dass sie es geschrieben hatten!

So musste Robert eine polnischen Autor miemen, der das Buch „Da seh ich rot!“ vorstellte. Gast Guadeloupe musste sich mit ihrem bis dato unbekannten Werk „Grenzen setzen“ und Gast Murat mit dem ebenso unbekannten „Die Oma auf dem Skateboard“ auseinandersetzen.

Danach kamen die Bewertungsreden, die Gesamtbewertung übernahm diesmal unsere Toastmasters-Area-Leiterin Hao, der dann auch unser Cluberfolgsplan übergeben wurde.

Danke an alle für dieses Rhetorik-Feuerwerk!

Das war der Klubabend des 5.9.2019!

Wieder mal ein gelungener Klubabend der Berliner Meisterredner mit zahlreichen Gästen!

Am Donnerstag, den 5.9.2019 kehrten die Meisterredner wieder in der Leibnizstr. 79, 10625 Berlin ein, um ihre rhetorischen Fähigkeiten zu trainieren.

Nach der Eröffnung des Abends durch unseren Präsidenten Sebastian Foltan und der Befragung der Gäste, wie sie zu uns gefunden haben, sprach ich den Toast. Ich prostete auf das Durchhalten, auf das Weitermachen im Angesicht widriger Umstände.

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Danach hielt Kerstin eine Ausbildungsrede zum Thema der Organisation der Klubabende. Sie ist unsere Saalmeisterin und berichtete davon, wie sie die Räumlichkeiten herrichtet. Zudem erinnerte sie uns an die Fotos im Schrank, auf denen zu sehen ist, wie der Saal wieder aufgeräumt werden muss.

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Danach war ich mit der ersten Rede des Abends dran. Mein Thema: „Macht Euer Testament!“ Ich erläuterte, dass wenn man kein Testament hinterlässt, die gesetzliche Erbfolge gilt, die einige Nachteile aufweist. Sie ist relativ starr, sie führt im Zweifel dazu, dass nur die Kinder und die Ehefrau des Erblassers erben und sie kann es erforderlich machen, Gegenstände größeren Werts, wie z.B. Immobilien, zu verkaufen, weil sie sich nicht ohne weiteres teilen lassen.

Ein Testament löst all diese Probleme und zudem hat es den großen Vorteil, dass man erkennt, wo man im Augenblick im Leben steht und wohin man vielleicht noch möchte.

Die zweite Rede des Abends hielt Ali. Sie trug den Titel „700“ und handelte davon, wie man eine Hochzeit mit 700 Gästen ausrichtet. Man muss dabei verschiedene Gruppen zusammenbringen und das bedarf der Organisation. Bei Ali bestand zudem das Problem, dass die verschiedenen Gruppen auch noch unterschiedliche Sprachen sprachen. Er hat uns eine Art Schema vorgestellt, nämlich:

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1. „Save the date“ – es muss ein Termin festgelegt werden, bevor man mit dem Planen anfängt.

2. Wer soll alles kommen?

3. Wie soll man einladen?

4. Wie soll das Programm des Abends aussehen?

Danke, Ali! Bei meiner Hochzeit werde ich das bestimmt berücksichtigen!

Die dritte Rede hielt Gabi mit dem Titel „Krisenmanagement“ und das war etwas ganz Besonderes! Denn sie musste nicht bloß eine schwierige rhetorische Aufgabe, nämlich die Krisen-PR für ein Restaurant, das versehentlich verdorbene Eier für vorgefertigte Lunch-Packages für Schüler verwendet hat. Gabi musste sich in einer fiktiven Pressekonferenz der Öffentlichkeit und der Presse stellen.

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Dazu gab sie zunächst eine Erklärung ab, in der sie den Fehler eingestand und erläuterte, wie es zu ihm kommen konnte. Ferner schilderte sie, wie in Zukunft verhindert werden soll, dass so etwas noch einmal passiert.

Das allein war schon brilliant, doch hinterher stellten fiktive Journalisten und Eltern auch noch Fragen, die Gabi nicht kannte und die sie unvorbereitet aus dem Stegreif beantworten musste. Auch dieses löste sie sehr souverän.

Danach gab es noch etwas zu feiern! Vier unserer Mitglieder, nämlich Gabi, Elizabeth, Ali und Franz hatten neue Abschlüsse zu verzeichnen! Es wurden Pins verliehen und Elizabeth schenkte Ali, weil er nach dem neuen Lernsystem keinen Pin bekam, ein Poster, das sie bei der Toastmasters International Convention 2019 in Denver erworben hatte und auf dem Vizepräsident Ausbildung Ali künftig verzeichnen kann, welche Mitglieder Abschlüsse erzielt haben, um einen Motivationsdruck für den Klub aufrecht zu erhalten.

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Nach der Pause übernahm Ali dann auch noch die Stegreiredenleitung. Sein Thema war mehr als genial. Er schilderte einen kurzen Kriminalfall, eine Kuh wurde gestphlen, und rief dann die Beschuldigte, den ermittelnden Polizisten, den Staatsanwalt und den Richter nacheinander auf die Bühne.

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Dann folgten die Bewertungsreden. Marc bewertete meine Rede. Kerstin bewertete Ali und Sebastian Gabi.

Schließlich übernahm Elizabeth die Gesambewertung des Abends. Sie verdeutlichte uns die vier Toastmasters-Werte, (na, könnt Ihr Sie inzwischen auswendig?) nämlich Integrity, Exellence, Respect und Service und brachte sie uns zudem ein Lesezeichen mit, auf dem sie nochmals festgehalten sind.

Danach wurde aufgeräumt und es ging zu Mythos, dem Griechen um die Ecke.

Rhetorik-Skills #4: Kontakt mit dem Publikum aufnehmen und halten

Jeder hat es wahrscheinlich schon einmal erlebt: Ein Redner kommt auf die Bühne und spult seine Rede wie ein Automat ab, Punkt 1, Punkt 2, Punkt 3, fertig. Das wirkt anonym bis steril, jedenfalls befremdlich. Damit Euch das nicht passiert hier einige Ratschläge.

1. Begrüßung

Es macht zunächst Sinn, das Publikum vernünftig zu begrüßen, es also mit seinen Attributen anzusprechen. „Sehr geehrte Teilnehmer des XY-Kongresses, […]“

2. Vorstellung

Auch ist es hilfreich, sich zunächst kurz selbst vorzustellen und zu erläutern, warum man auf dieser Bühne steht. „Mein Name ist Max Mustermann, ich bin seit 35 Jahren im Muster-Geschäft tätig und deshalb ist es mir eine besondere Freude, Ihnen heute zum Thema Muster zu referieren.“ 🙂

3. Warm-up

Unverzichtbar ist ein warm-up mit dem Publikum. Hierbei hilft eine kurze Geschichte aus seinem Leben zum Thema, über die eigene beschwerliche Anreise, das letzte mal, als man hier sprechen durfte, einen themenbezogener Witz zu erzählen oder eine Frage an das Publikum zum Thema zu richten.

4. Redepausen machen

Damit das Publikum geistig nicht abspringt, solltet Ihr Pausen in Euren Redeaufbau einplanen und machen. Denn diese helfen dabei, das Gesagte zu verstehen, dass es sich setzen kann. Ihr könnt diese auch inszenieren, indem Ihr eine neue Seite auf dem Flipchart aufdeckt oder nach mehreren Textfolien eine Bildfolie zeigt.

5. Kontakt halten

Ist es auf diese Weise gelungen, den Kontakt zum Publikum zu gewinnen, ssollte man ihn unbedingt halten. Hier bietet es sich an, das Publikum durch Fragen aktiv einzubinden. „Wer von Ihnen hat schon einmal […]?“

6. Fragen zulassen

Sofern es Zeit und Rahmen hergeben solltet Ihr auch Fragen des Publikums zulassen.

Viel Spaß damit,

Eure Meisterredner!

Wow, Wow, Wow! – Das Rhetorik-Training vom 29.8.19

Das war ein unglaublich toller Klubabend. Diesmal gab es außerplanmäßig fünf vorbereitete Reden, die allesamt hervorragend waren. Dazu waren noch Linda und Jan von BS Speaks zu Gast, die den Wanderpokal verdient mit nach Braunschweig nahmen.

Zu den Bildern des Abends gehts hier lang. (Öffnet in neuem Fenster)

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten und dem Toast von Stefan („Auf die Jugend!“) übernahm Moderatorin Maike und leitete gleich zur ersten vorbereiteten Rede über.

Sie wurde von Kathy gehalten. Es war ihr Eisbrecher, also die allererste Rede im Klub aber eine richtige Wucht! Der Eisbrecher dient dazu, sich im Klub rhetorisch vorzustellen und Kathy machte dies derart hervorragend, dass sie absolut verdientermaßen gleich den Titel für die beste Rede des Abends errang.

Ihre Rede begann mit einer emotionalen Geschichte aus ihrer Kindheit, sie wurde offenbar von einem älteren Jungen häufiger unter der Bettdecke gefangen gehalten. Sie erzählte davon in einer stimmlich derart brillianten Weise, dass viele Klubmitglieder und auch der Blogger eine Gänsehaut bekamen. Letzterer vergaß sogar, eine Videoaufnahme anzufertigen, weil er so ergriffen war! (Sorry nochmals, Kathy)

Doch dann wendete sich in ihrer Rede das Blatt. Sie berichtete davon, wie sie sich selbst versprach, niemals wieder in solch eine ohnmächtige Situation zu kommen und gelangte so zu einer enormen persönlichen Stärke, die sie fortan durch ihr Leben trug.

Das hätte eigentlich schon völlig ausgereicht, um die beste Rede des Abends zu gewinnen. Doch Kathy setzte noch einen drauf und spekulierte vor dem Publikum, was es denn nun über sie aussage, dass sie sich mit solch einer Geschichte vorgestellt hat.

Die zweite Rede hielt Antonia. Sie leitete mit einer Online-Dating-Geschichte ein und stellte überaus lustig fest, dass sich zwar die Medien fürs Dating grundlegend gewandelt haben, nicht jedoch das Verhalten der Datenden und deren Bekannten, weil nach wie vor in der exakt selben Weise über Dates gesprochen wird.

Als wir ihr dann alle an den Lippen hingen, leitete sie zum eigentlichen Thema ihrer Rede über. Antonia hatte in ihrer letzten Rede dargestellt, dass es wir drei verschiedene Gehirne haben, die sich mit den Farben blau, rot und grün veranschaulichen lassen.

Typ blau ist eher kühl und distanziert. Typ rot hingegen dominant und Typ grün ist empathisch.

Ihr gestriges Thema war Feedback. Dazu führte sie gemeinsam mit Silke ein kleines Schauspiel auf. Die fiktiven Personen sollten ein Feedback-Gespräch führen.

In der ersten Variante kam Silke herein und Antonia befahl ihr ohne ihr die Hand zu schütteln, sich hinzusetzen und kurz zu warten. Sie war Typ rot.

In der zweiten Variante wurde Silke sofort emotional aufgenommen, es gab eine richtige Begrüßung, Antonia erkundigte sich nach ihrem Befinden. Jetzt war sie Typ grün.

Ihr Apell: Überlegt, welches Eurer drei Gehirne ihr einsetzten möchtet, bevor ihr Feedback gebt. Ein super Ratschlag, danke Antonia!

Die dritte Rede des Abends hielt Ilyas. Auch bei ihm war es der Eisbrecher, s.o.

Iliyas wollte uns etwas schenken. Er erzählte davon, dass er eine sehr schlechte Kindheit hatte, die ihm jedes Selbstwertgefühl raubte und ihn sogar in einen Selbsttötungsversuch trieb. Ilyas berichtete, wie man als Mensch ohne Selbstwertgefühl lebt, wie schrecklich es ist und dass man kaum dort herauskommt, weil die Umwelt dies erkennt und einen entsprechend behandelt.

Ilyas beschrieb es so, dass es sich für ihn so anfühlte, als trüge er wie bei dem bekannten „Wer bin ich?“-Spiel, bei dem sich der Spieler ein Post-It auf die Stirn kleben muss, ständig Schilder an sich, die allen zeigten, wer er war.

Also hielt er sich eine Pistole an den Kopf und drückte ab. Das war schon echt krass, so etwas unverblümt von jemanden zu hören. Aber Respekt, Ilyas, dass Du imstande bist, damit so offen umzugehen!

Er überlebte und sein Leben wandelte sich grundlegend. Denn die Schilder waren plötzlich verschwunden! Ilyas fand zur Spiritualität und – so schien es jedenfalls für den Blogger – überwand damit sein schlechtes Selbstwertgefühl. Tolle Rede, Ilyas!

Die vierte Rede hielt Elizabeth. Sie hatte, das weiß ich, weil ich ihr Bewerter war, den Auftrag, eine emotionale Beziehung zum Publikum herzustellen, mit uns inspirierende Inhalte zu teilen und uns so zu überzeugen, ihre Sicht der Dinge einzunehmen.

Auch Elizabeths Rede war einfach hervorragend! Sie fing damit an, ihre emotionale Lage zu schildern. Sie sei ambitioniert, sie nehme sich immer große Aufgaben vor, eigentlich überfordere sie sich aber.

Der zweite große Part war ein engagiert vorgetragener Bericht über die Toastmasters International Convention in Denver, Colorado, der sie beigewohnt hatte.

Elizabeth war begeistert von den vielen Nationen und Kulturen, die dort zusammenkamen, weil sie alle die Liebe zur Rhetorik eint. Sie schilderte, wie es sich in so einem Saal voller Menschen aus aller Herren Länder anfühlt, überwältigend.

Dann gab es noch ein kleines Interludium. Elizabeth stellte uns ein Buch vor, in dem es darum ging, sich aktiv Ablehnungen einzuholen, um ausgeglichener und glücklicher zu werden, weil man mit jeder Zurückweisung etwas wächst und so die nächste wesentlich leichter ertragen kann.

Schließlich setzte sie plangemäß zur Überzeugung an. Sie forderte uns auf, mit zur nächsten Toastmasters-Convention in Paris zu fahren.

Und ich muss sagen, ich war mehr als überzeugt. So lautete der letzte Satz meiner Bewerungsrede dann auch „Ich fahre mit nach Paris“.

Schließlich hielt Linda von den BS Speaks aus Braunschweig die fünfte Rede. Sie fragte nach den vier Tugenden der Toastmasters nämlich Integrität, Respekt, Service und Exzellenz.

Linda berichtete, dass die Integrität sich in ihrem Leben insofern ausgewirkt hat, dass sie sich nicht vor unangenehmen Aufgaben scheut, bzw. sich diesbezüglich verleugnet. Sie hatte anfangs viel bei den Toastmasters aufgeschoben, doch dann erkannte sie, dass das nicht gerade integer ist, und zog es durch.

Den Service lebt sie in einer ehrenamtlichen Tätigkeit.

Ihre persönliche Exzellenz lag darin, sich nicht von großen Herausforderungen abbringen zu lassen. Respektvoll verhielt sie sich, weil sie direkte und indirekte Kommunikation voriierte.

Danke für diese tolle Rede und dafür, dass ich die vier Werte jetzt bestimmt nicht mehr vergessen werde!

Nach der Pause moderierte Jan, ebenfalls aus Braunschweig von den BS Speaks, die Bewertungsreden und übernahm die Gesamtbewertung, die durchweg positiv ausfiel, von einigen winzigen Ausnahmen abgesehen. Danke auch Dir, Jan!

Dann gingen wir zum zweiten Highlight des Abends über. Linda und Jan bekamen den Wanderpokal überreicht! Sie hatten eine Rede in unserem Klub und die Gesamtbewertung übernommen und sind damit nun absolut verdinete Träger des Pokals!

Danke an alle für diesen außerordentlich hervorragenden Abend!

Rhetorik-Skills #3: Der Aufbau der Rede

Ihr sollt eine Rede halten, Ihr habt vielleicht auch schon ein Thema aber wie soll die Rede nun aufgebaut werden? Hierzu eine kurze Anleitung.

Ganz klassisch macht man es wie bei einem Schulaufsatz, Einleitung, Hauptteil, Schluss. Doch dies ist leichter gesagt als getan.

1. Die Einleitung

In der Einleitung sollte man das Publikum begrüßen, sich nötigenfalls kurz selbst und dann das Thema der Rede vorstellen. Man kann dazu kurz den Titel erwähnen um dann einen kurzen Ausblick zu geben.

Ein Beispiel aus dem Eisbrecher, der ersten Rede des Bloggers: „Liebe Meisterredner, liebe Gäste, meine Rede trägt den Titel „Meine Gerechtigkeits-Evolution“. Der Eisbrecher soll dazu dienen, sich im Klub vorzustellen, und ich denke, man lernt einen Menschen am besteh kennen, wenn man die Entwicklung seiner Vorstellung von der Gerechtigkeit kennt. Und deshalb erfahrt Ihr nun, wie sich meine Gerechtigkeits-Vorstellung gewandelt hat.“

2. Der Hauptteil

Im Hauptteil kommt dann die eigentliche Rede. Hier ist Eurer Kreativität eigentlich keine Grenze gesetzt. Bei einer Rede, die eine Geschichte wiedergibt, bietet sich natürlich ein chronologischer Aufbau an. Dagegen macht es bei einer Rede, die überzeugen willl, Sinn, hier mehrere Argumente zu nennen.

Es ist jedoch auch sinnvoll, sich im Rahmen des Hauptteils etwas selbst zu begrenzen. Denn die Redezeit und die Aufmerksamkeit des Publikums sind nicht unendlich. Bei sehr umfangreichen Themen empfiehlt es sich daher, eine Begrenzung auf maximal drei bis vier Ereignisse, Argumente, etc. vorzunehmen.

Ich hab mich damals für einen chronologischen Aufbau entschieden. Ich erzählte über drei Ereignisse hinweg, wie sich meine Gerechtigkeits-Vorstellung entwickelt hat.

Ich empfand diese Begrenzung als sehr hilfreich, weil die Rede so automatisch eine Struktur bekommt.

3. Der Schluss

Im Schlussteil fasst man die Kernaussagen der Rede kurz zusammen und/oder gibt einen Ausblick oder stellt seine Schlussfolgerung dar.

4. Aufbaualternativen

Aber natürlich ist dieser Aufbau nicht in Stein gemeißelt und ist manchmal auch nicht ratsam. Bei einer Präsentation, einem Referat oder einem wissenschaftlichen Vortrag ist es evt. sinnvoll, das Ergebnis an den Anfang zu stellen. Genauso bietet es sich bei einer besonders spannenden Rede an, den spannendsten Moment voranzustellen.

Wenn Ihr dies einmal trainieren wollt, dann kommt doch zu einem unserer Klubabende! Denn dort habt Ihr als Gast die Möglichkeit, eine Stegreifrede zu halten, also eine Kurze zu einem unbekannten Thema.

Viel Spaß damit!

Eure Meisterredner