Rhetorik-Skills: Spannung erzeugen

Ihr habt vielleicht schon Thema, Aufbau und Inhalte Eurer Rede zusammen, doch fragt Euch, wie Ihr das Publikum in den Bann ziehen könnt? Dann ist das Euer Blog-Post!

1. Das Publikum über den Ausgang der Geschichte im Unklaren lassen

Das geht so: Herausforderungschildern und infrage stellen, ob Ihr sie bewältigt habt.

„Das Fahrrad wurde kurz vorm Geburtstag geliefert – nur leider in Einzelteilen. Horrorszenario: Heulendes Kind am Geburtstagstisch…“

2. Unbekannte Herausforderung

Man schildert in der Retrospektive eine Herausforderung, die man zum damiligen Zeitpunkt noch nicht kannte.

„Hätte ich nur damals schon von X gewusst!“

3. Spotlight am Anfang

Ihr nutzt diese Technik, indem Ihr einen Höhepunkt der Geschichte an den Anfang setzt.

„Plötzlich stand ich mit fünf prall gefüllten Einkaufstüten, drei Kindern und einem Hund in der S-Bahn. Wie konnte es bloß dazu kommen?“

4. Gedanken mitteilen

Ihr sagt, was Ihr/der Protagonist gedacht habt/hat, bevor die Handlung einsetzt.

„Ich dachte, es muss doch ein Leichtes sein…“

5. Identifikation ermöglichen

Ihr leitet eine Handlung mit einem Gefühl/Geschehensablauf ein, dass/den jeder kennt.

„Da stand ich vor den 100 Hochzeitsgästen, mein Mund war staubtrocken und dazu noch einen vollkommenen black-out!“

6. Fragen aufwerfen

„Würde ich bei strömendem Regen und Sturm Bottrop sicher und rechtzeitig erreichen?“

7. Vergleiche

„Am Morgen hatte ich noch 150 Euro im Portemonaie. Am Abend war es leer.

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Der Herbstwettbewerb der Berliner Meisterredner am 7. November 2019

Die Berliner Meisterredner veranstalteten gestern ihren Herbstwettbewerb. Thema: Humorvoller Herbst. Es ging um humorvolle Reden und Bewertungsreden zu einer humorvollen Rede. Und wer hätte es gedacht – es war ein riesiger Spaß!

Nach der Begrüßung durch den Präsidenten und Moderator Sebastian Foltan hielt Franz die erste humorvolle Rede. Titel: „Name: Schall und Rauch“.

Franz juxte über seinen Namen, der voll ausgeschrieben Franz Josef lautet. Und mit so einem Namen ist man international, selbst bei noch so guten Englischkenntnissen, stets als Deutscher zu erkennen.

Die zweite humorvolle Rede stammte vom Blogger. „Realsatire Kinderkrebsstation“. Ich sprach über die skurilen Erlebnisse auf einer Kinderkrebstation, exemplizifiziert an einer Wunschfee, die dann leider doch den Wunsch nicht erfüllen konnte.

Die dritte Rede kam von Robert Kellner. Er berichtete über das Zusammensein mit seinem Neffen, das – gelinde gesagt – etwas anstrengend war. Wo- und wasimmer Robert mit seinem Neffen essen wollte, hatte der eine Anmerkung über Tierhaltung und ähnliches parat, der ihnen dann den Appetit verdarb.

Reinhard Frede hielt die vierte Rede. „BER“ – es ging um den Hauptstadtflughafen, die endlose Geschichte voller Peinlichkeiten.

Nach einer kurzen Pause hielt Elena Perlich, VP ED der Steglitz Toastmasters, dann die Zielrede für die Bewertungsrede. Zur Erklärung: Beim Wettbewerb der Bewertungsredner wird eine Rede gehalten, die dann von allen Bewertern bewertet wird.

IElena erzählte aus der Perspektive einer Schulklasse über eine Klassenfahrt. Sie schliefen nicht, wann sie schlafen sollten, sie lernten nichts, wenn sie lernen sollten, doch am Ende wurde alles gut. Der Schlaf wurde im Planetarium nachgeholt und das Lernen, das eigentlich durch Anschauung im Museum stattfinden hätte sollen, erfolgte dann nach der Heimreise im Internet.

Die Bewertungsredner waren Maike, Elizabeth, Sylvia, Ali und Franz (ja, der von oben:-). Es war hochinteressant zu sehen, wie unterschiedlich sie waren. Und es wurde wieder einmal der Toastmasters-Wert respect deutlich: Denn den Großteil der Bewertungen nahm Positives ein.

Anschließend wurden die Preise verliehen. Ali erhielt den Preis für die beste Bewertungsrede. Franz errang den zweiten Platz bei den humorvollen Reden. Und der völlig überwältigte Blogger bekam sowohl den ersten Preis bei den humorvollen Reden als auch den Publikumspreis verliehen.

Danke an die hochkarätig besetzte Jury und alle, die diesen herrlich humorvollen Abend möglich gemacht haben!

Das war der Storytelling-Workshop an Halloween!

In gruseliger Atmossphäre mit einem Skelett auf dem großen Tisch und karamelisierten Nierensteinen als Naschwerk (Schoko-Puffreis) gingen die Meisterredner an ihren Workshop zum Storytelling.

Die Leiterin des Workshops war Patricia Steinmann. Sie erläuterte uns zunächst das Schema einer jeden Geschichte, das vom Helden über sein Ziel zum Ausgang reicht.

Dann mussten wir bunte Karteikärtchen mit einem Helden, einem Ziel und einem Hindernis beschriften. Die jeweiligen Stapel wurden gemischt und dann jeweils eine von jedem gezogen, z.B. Ein japanischer Teufel will mit einem Ballon fliegen, doch leider kann er den Schlüssel nicht finden.

Dann rief Patricia einen Meisterredner auf, der dann im Stegreifreden-Zeitlimit (2-2 1/2 Minuten) eben diese Geschichte erzählen musste.

Später wurde es noch etwas schwieriger, denn nun musste ein Redner den Helden und sein Ziel vorstellen und zum Hindernis heranführen. Ab da übernahm ein weiterer Redner, der das nächste Hindernis beschreiben musste, usw.

Am Ende hielt Elizabeth noch eine Rede darüber, wie man die Alltagskommunikation verbessern kann. Sie berichtete dabei über die Gesprächsformen vom Smalltalk bis zum persönlichen Gespräch und erläuterte zudem Werkzeuge, wie man diese Gespräche gestalten kann.

Der Workshop hat riesigen Spaß gemacht!

Bericht: Das Rhetorik-Training am 17.10.19

Wir schrieben den dritten Donnerstag im Monat, also fanden sich die Meisterredner mit einer regelrechten Heerschar von Gästen in der Leibnizstr. 79 ein und redeten!

Nach der Begrüßung durch unseren Präsidenten Sebastian Foltan und der Begragung der Gäste, warum sie zu uns gefunden haben, toastete Ali.

Er berichtete von den Problemen der Teamarbeit, dass man das Team als Verantwortlicher doch immer kontrollieren möchte. Ali erzählte, dass es sich lohnt, stattdessen auf das Team zu vertrauen. Darauf tranken wir und sodann wurde an den Moderator Franz übergeben.

Die erste Rede hielt Maike, Titel: „Ein Date mit Tolstoi“ Maikes Mutter feierte ihren 80. Geburtstag und Maike interviewte sie zu ihrem Leben. Darin äußerte diese folgendes Tolstoi-Zitat:

„Alle denken nur darüber nach, wie man die Menschheit ändern könnte, doch niemand denkt daran, sich selbst zu ändern.“

Und so hatten wir alle gewissermaßen ein kleines Date mit Tolstois Gedanken!

Die zweite Rede kam von Ali, der an diesem Abend der Tausendsasser der Meisterredner war. Toast, Rede und Stehgreifredenleitung, Respekt! Alis Rede trug den Titel „Ausgebürgert“ und handelte davon, dass er beinahe staatenlos geworden wäre.

Denn die doppelte Staatsangehörigkeit darf man in Deutschland nur bis zur Vollendung des 23. Lebensjahrs haben, danach muss man sich für eine entscheiden. Ali war aber schon mit 17 Jahren klar, dass er gerne die deutsche Staatsangehörigkeit haben wollte. Deswegen schickte er einen Brief an das zuständige Amt, in dem er eben dies bekundete.

Bei Ali gingen dennoch immer wieder Briefe vom Amt ein, mit denen er nichts anzufangen wusste, hatte er sich doch schon entschieden! Nur was er nicht wusste: Mit 17 konnte er noch gar nicht wirksam eine Staatsangehörigkeit annehmen!

Aber inzwischen hatte er bereits die Türkische ausgeschlagen. Mangels rechtzeitiger und volljähriger Entscheidung für die Deutsche, lief er Gefahr, staatenlos zu werden.

Er suchte also das Amt auf und dort übermittelte man ihm die rettende Nachricht: Er durfte nun doch beide Staatsangehörigkeiten behalten!

Die dritte Rede war das absolute Highlight des Abends. Denn es war die Rede des Halbfinales der Toastmasters International Convention aus Denver von Khushi Pasquale!

Wir sahen über den Beamer, wie Khushi ihrem ehemaligen Kindermädchen nachtrauerte. Sie arangierte Khushis abendliche Ankunft zuhause stets so: Khushis Sohn erschien mit dem Kindermädchen an der Tür und umarmte seine Mutter innig.

Die Super-Nanny sozusagen. Doch dann wendete sich das Blatt. Denn plötzlich kam die Nanny mit dem Ansinnen auf Khushi zu, ihren Sohn an Adoptiveltern nach Australien abzugeben. So geriet Khushi in den Konflikt ihres Lebens und entschied sich schließlich dazu, zuhause bei ihrem Sohn zu bleiben.

Dann übernahm wieder Ali mit der Stehgreifredenleitung. Sein Thema: Rituale und Bräuche.

Zuerst wurde Gast Stefan auf die Bühne gerufen. Er musste den Brauch des mexikanischen Totenfests erklären und schloss daraus, dass wir generell mehr den Toten gedenken sollten.

Danach musste Gast Ilia erläutern, warum, Hochzeitskleiner in Taiwan rot sind. Ilia meinte, das könne nur mit dem vermehrten Genuss von Rotwein in der Ehe zum Entspannen zusammenhängen.

Glenn musste als dritter Stehgreifredner klarstellen, warum man auf Beerdigungen in Japan weis und nicht schwarz trägt. Glenn meinte, es liege daran, dass weis für die Unschuld stehe und außerdem müsse es etwas mit der japanischen Flagge zu tun haben.

Die Nummer 4 machte Meisterrednerin Silke. Sie hatte die kaum zu bewältigende Aufgabe, zu erklären, warum in Rumänien bei der Rechtsprechung ein Huhn geköpft wird.

Schließlich bewertete Meisterredner Stefan, Maike und Kerstin Ali und Khushi sich selbst. Nein, sie berichtete vielmehr von der TMI-Convention und rief uns alle dazu auf, im nächsten Jahr in Paris dabei zu sein.

Fazit: Ein rundum gelungener Abend, mit einem hervorragenden Ehrengast!

Feier(tag)liches Rhetorik-Training am 03.10.19!

Die Berliner Meisterredner lassen sich doch nicht von Feiertagen vom Reden Halten abhalten!

Los gings mit der Begrüßung durch den Präsidenten Sebastian Foltan. Er befragte dann unsere Gäste, wie und warum sie zu uns gefunden haben und was sie erwwarteten. Sebastian leitete zum Toast über.


Den übernahm Franz und wir tranken sodann auf die souveräne Gelassenheit, die Fähigkeit, sich nicht von allem zu etwas hinreißen zu lassen.


Moderiert wurde der Abend von Reinhard. Der stellte zunächst „die kleinen Ämter“, die wir so besser nicht mehr nennen wollen, weil sie keineswegs klein I.S.v. unbedeutend sind. Die Zeit nahm Franz, die Füllwörter zählte freundlicherweise Gast Carolin und der Blogger bediente die Kamera! Es konnte jetzt also so richtig losgehen!


Als erste Rednerin sprach Antonia. Sie hatte eine schwierige Aufgabe, sie musste mehrere verschiedene Quellen in die Rede einarbeiten. Ihr Thema: „REIS als Nahrungsmittel“


So erzählte sie vom Anbau und den Vorzügen von REIS und vom Gründer des ersten Toastmasters-Clubs Smedley. Auch er mochte REIS, schließlich ist es das Merkwort für die vier Toastmasters-Werte Respect, Excellence, Integrity und Service!
Die zweite Rede hielt Sebastian. Sein Thema: „Vorgeschichten“. Darin verflocht er mehrere Einzelgeschichten so gekonnt, dass sie hinterher nur noch zusammen Sinn ergaben.


Dann schlug meine großer Moment, ich moderierte zum ersten mal die Stegreifreden. So hatte ich mehrere kleine Debatten zu Trivialthemen vorbereitet und rief dann zahlreiche Freiwillige aus der Gästeschaar und Meisterredner auf die Bühne.


Nach den Bewertungsreden von Ilona und Robert räumten wir mit vereinten Kräften auf und feierten den Abend bei Mythos mit Hähnchen-Salat und Kinder-Gyros.

Rhetorik-Skills #2: Manipulation erkennen und kontern

Durch sprachliche Mittel lässt sich überzeugen ohne wirklich überzeugend zu sein. Doch damit betritt man den Pfad der Manipulation. Das ist nicht integer, doch wie erkennt man so etwas, wie geht man damit um und wie kontert man?

1. Schritt: Die möglichst nüchterne Analyse

Wenn man Manipulation wittert, sollte man zunähst alles in Zweifel ziehen, was der potentielle Manipulator von sich gibt. Auch müssen die Emotionen möglichst abgeschaltet werden, hier hilft es sich selbst zu fragen, was einen gerade leitet. Der messerscharfe Verstand oder doch nur Emotionen wie Mitleid, Wut oder Gier?

Ist dies getan, besteht der Vorteil der möglichst nüchternen Analyse. Was weiß ch eigentlich dazu? Weiß ich vielleicht überhaupt nichts darüber?

Dieser erste Schritt hat einen enormen Vorteil: Ihr gewinnt Zeit zum Nachdenken, vielleicht sogar zur Recherche mit dem Smartphone und müsst nicht vorschnell glauben!

2. Schritt: Begründung checken

Wer Euch von etwas überzeugen will, sollte gute Argumente dafür haben. Doch wann ist ein Argument gut, wann ist es schlecht?

Ein Argument ist gut, wenn es seinerseits zutrifft und die Behauptung belegt.

Beispiel: Wir müssen mehr Geld in den Straßenbau investieren, weil unsere Straßen marode sind und dadurch Gefahren für die Verkehrsteilnehmer geschaffen werden.

Es gibt aber noch den bösen Zwilling des guten Arguments, das Scheinargument. Es kommt sprachlich genauso daher wie das echte Argument, weil dieselben Konjunktionen verwendet werden.

Ein populäres und gerade aktuelles Beispiel: Die Mondlandung war gefaked, weil auf den Bildern der Astronauten von der Mondoberfläche keine Sterne zu sehen sind und weil die US-Flagge im Wind weht, obwohl es auf dem Mond keinen Wind gibt.

Im Schafspelz eines Arguments kommen hierbei bloß weitere Behauptungen daher. –> Man müsste auf den Fotos Sterne sehen –> Die Flagge dürfte nicht im Wind wehen.

Natürlich ist es im Einzelfall enorm schwer zu ermitteln, ob es sich um ein echtes oder nur um ein Scheinargument handelt. Aber Ihr könnt Euch damit behelfen, das Argument aktiv zu hinterfragen. „Weißt Du das sicher, oder glaubst Du es nur?“, „Woraus ergibt sich das?“

Neben dem Scheinargument gibt es noch eine ganze Reihe von Manipulationstechniken. Wer Euch von etwas überzeugen möchte, sollte nicht auf die Manipulation zurückgreifen müssen! Aber das sind so viele Techniken, dass sie nun wirklich nicht in diesen Beitrag passen. (Manipulation erkannt?:-)

Hier findet Ihr eine gute Übersicht.

3, Schritt: Manipulation kontern

Wenn man ein Scheinargument oder eine andere Manipulationstechnik ausmacht, kontert man am besten, indem man es anspricht. „Das ist doch ein Scheinargument!“, „Warum musst Du bei Punkt XY zur Manipulation greifen, um zu überzeugen?“

Bei Manipulationstechniken, die den Entscheidungsspielraum einengen, hilft es, diesen wieder zu öffnen. „Warum, man kann doch auch XY tun!“

Viel Spaß damit,

Eure Meisterredner!

Der ewige Kampf um den Wanderpokal

In unserem Destrikt versuchen die Toastmasters-Klubs einander ständig den Wanderpokal abzuluchsen. Am 29.8.2019 wollen die Toastmasters aus Göttingen ihn zu sich holen.

Heiß begehrter Pokal

Ein Klub darf ihn in einem Triumphzug und unter Fanfarenstößen dem aktuell führenden Klub abnehmen, wenn dort an einem Abend (1) ein Mitglied des herausfordernden Klubs eine Rede hält und (2) ein weiteres die Gesamtbewertung übernimmt.
Was auf den ersten Blick trivial wirkt, ist in Wirklichkeit held*innenhaft! Die Klubmitglieder müssen ihre prall gefüllten Terminkalender nach einem passenden Tag durchforsten und die Anreise organisieren. Schließlich darf auch nichts den gefassten Schlachtplan durchkreuzen.
Der Wanderpokal steht momentan bei uns Meisterrednern. Doch nun machen sich tapfere Paladine aus Göttingen zu uns auf! Die Meisterredner Elisabeth Smith und Sebastian Foltan besuchten die Herausforderer vorab und verbrachten mit ihnen einen schönen Klubabend.

Übrigens: Sollten Rhetorik-Begeisterte aus Göttingen und Umgebung mitlesen, der göttinger Klub braucht nur noch vier Mitglieder, um zum offiziellen Toastmasters-Klub zu werden!